Anästhesieverfahren

Am Institut für Anästhesiologie des USZ werden eine Vielzahl von Anästhesie Verfahren verwendet. Im Verlauf dieser Seite werden die wichtigsten Narkose Techniken kurz erleutert.

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Allgemeines zur Anästhesie

Wieso braucht es für Anästhesien Spezialisten?
 
Anästhesie bedeutet Schmerz- und Bewusstseinsausschaltung im weiteren Sinne und wurde früher meist als Narkose bezeichnet. Analgesie bedeutet nur Schmerzausschaltung und ist die wichtigste Teilkomponente der Anästhesie. Sie kann zum Zweck einer Operation erfolgen, aber auch zur Behandlung von akuten oder chronischen Schmerzzuständen unterschiedlicher Art.
 
Während Lokalanästhesien (örtliche Betäubungen) für kleinere Eingriffe häufig vom Chirurgen oder z.B. auch Zahnarzt selbst durchgeführt werden, erfolgen Allgemeinanästhesien (Vollnarkosen) und Regionalanästhesien (Betäubung einer ganzen Körperregion) in den meisten Fällen durch spezialisierte Anästhesiefachärztinnen und Anästhesiefachärzte zusammen mit Anästhesiepflegefachleuten.
 
Der Grund dafür ist, dass Anästhesien nicht nur die Schmerzen ausschalten, sondern auch andere Auswirkungen auf verschiedene wichtige Organsysteme haben können. Daher müssen anästhesierte Patienten engmaschig überwacht werden. So können Auswirkungen von Anästhesien oder Eingriffen auf lebenswichtige Organfunktionen vermieden oder sofort behandelt werden.
 
Das Anästhesiefachpersonal verfügt aufgrund spezieller Zusatzausbildung über das notwendige Wissen und die erforderliche Erfahrung in speziellen Techniken, um die grösstmögliche Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.
 
Allgemeinanästhesie

Die Allgemeinanästhesie ist auch unter der Bezeichnung "Vollnarkose" bekannt. Operationsschmerzen werden ausgeschaltet, indem der Körper in einen schlafähnlichen, schmerzunempfindlichen Zustand versetzt wird. Die benötigten Schmerz- und Schlafmittel können mit der Beatmung ("inhalativ") oder mit der Infusion direkt dem Kreislauf zugeführt werden. Die Vor- und Nachteile einer Allgemeinanästhesie schätzt Ihre Anästhesieärztin oder Ihr Anästhesiearzt vor der Operation anhand der vorgesehenen Operation, allfälligen Begleiterkrankungen und unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Wünschen ein. Je nach Konstellation dieser Faktoren ist eine Allgemeinanästhesie oder aber eine Regionalanästhesie von Vorteil.

Regionalanästhesie

Bei einer Regionalanästhesie wird nur eine Körperregion unempfindlich gemacht. Bei sogenannten zentralen Nervenblockaden werden Nerven, die aus dem Rückenmark entspringen, mit örtlichen Betäubungsmitteln ("Lokalanästhetika") vorübergehend betäubt. So können grössere Körperregionen anästhesiert werden, z.B. beide Beine und/oder Bauch und Teile des Brustkorbes. Beispiele für solche zentralen Nervenblockaden sind die sogenannte Spinalanästhesie oder die Periduralanästhesie (dieser Ausdruck ist gleichbedeutend mit Epiduralanästhesie).

Wenn einzelne Nerven oder Nervengeflechte in grösserer Entfernung von ihrem Austritt aus dem Rückenmark anästhesiert werden, spricht man von peripheren Nervenblöcken oder Leitungsanästhesien. Mit solchen Teilanästhesien lassen sich kleinere Körperregionen separat anästhesieren. Ein Beispiel einer solchen Leitungsanästhesie ist die sogenannte Plexusanästhesie am Arm. Dabei wird ein Nervengeflecht, das unter anderem die Schmerzempfindung des Armes weiterleitet, vorübergehend unempfindlich gemacht.

Für jeden Patienten das massgeschneiderte Anästhesieverfahren

Auch Regionalanästhesien haben spezifische Vor- und Nachteile. Der verantwortliche Anästhesiearzt legt aufgrund aller Faktoren und unter Berücksichtigung der persönlichen Wünsche des Patienten fest, ob eine Allgemeinanästhesie oder eine Regionalanästhesie den grössten Vorteil bieten.

In bestimmten Fällen können auch beide Verfahren zusammen angewendet werden. Beispielsweise kann eine Periduralanästhesie für grössere Gefäss-, Bauch- oder Brustkorbeingriffe mit der Allgemeinanästhesie kombiniert werden. Der Vorteil dieser kombinierten Anästhesie ist ein schnelles und schmerzfreies Erwachen, da die Allgemeinanästhesie mit weniger Medikamenten durchgeführt werden kann. Zudem wirkt die Periduralanästhesie nach der Operation noch weiter und kann bei Bedarf noch tagelang zur Schmerztherapie verwendet werden.

Risikoeinschätzung

Das Risiko bei einer Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) oder einer Teilnarkose (Regionalanästhesie) ist heute dank hochentwickelten Ueberwachungs- und raschen Therapiemöglichkeiten sehr gering. Das Komplikationsrisiko ist wesentlich vom Gesundheitszustand des Patienten abhängig. Erkrankungen und Beeinträchtigungen lebenswichtiger Organsysteme, z.B. der Atmungsorgane und der Kreislauforgane, können mit einem erhöhten Risiko verbunden sein.

Vor einer Anästhesie befragt Sie deshalb Ihre Anästhesieärztin oder Ihr Anästhesiearzt detailliert zu Ihrem Gesundheitszustand. Krankheiten und Verletzungen, frühere Operationen und Anästhesien, Dauermedikationen und Allergien geben wichtige Grundlagen zur Risikoeinschätzung. Die Befragung wird durch eine gezielte körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weiterführende Abklärungen ergänzt. Diese können Laboruntersuchungen, EKG (Herzstromkurve) oder ein Röntgenbild des Brustkorbes sein, welche Zusatzinformationen über den Zustand von Herz und Lungen geben.

Im ärztlichen Gespräch wird mit Ihnen das zu erwartende Anästhesierisiko und das auf Sie zugeschnittene beste Anästhesieverfahren erörtert. Falls bei Ihnen eine ernsthafte Vorerkrankung besteht, werden je nach Dringlichkeit des Eingriffes weiterführende Abklärungen durchgeführt. Dies hat den Zweck, ein sinnvolles Verhältnis zwischen dem Risiko von Anästhesiekomplikationen einerseits und dem Nutzen von Anästhesie und operativem Eingriff andererseits zu erreichen.

Nach der Operation

Nach der Operation werden Sie in einen Aufwachraum gebracht. Hier kann die Überwachung (Blutdruck, EKG, Sauerstoffsättigung) weitergeführt werden. Wenn Sie gut wach sind und allfällige Schmerzen gut unter Kontrolle sind, werden Sie auf die Station verlegt.

Ihre Anästhesieärztin oder Anästhesiearzt verschreibt Ihnen eine Schmerztherapie für die unmittelbare Zeitspanne nach dem Eingriff. Falls die übliche Kombination von Schmerzmitteln nicht ausreicht, können wir weiterführende Schmerztherapie anbieten. Bei einer Visite wird sich der Anästhesist nach allfälligen Beschwerden erkundigen. Gleichzeitig können Sie sich zu Ihrer Anästhesie äussern und sagen, was Ihnen gut und was Ihnen nicht gefallen hat.

Weitere Informationen über verschiedene Aspekte der Anästhesie

Lesen Sie die folgenden Seiten und besuchen Sie www.anaesthesie-info.ch, die Informationsseite der Schweizerischen Gesellschaft für Anästhesie und Reanimation SSAR/SGAR.