Patient Blood Management (PBM)

Patient Blood Management ist ein klinisches, multidisziplinäres und patientenzentriertes Behandlungskonzept zur Reduktion und Vermeidung von Anämie und Blutverlust sowie zum rationalen Einsatz von Blutprodukten. Dies zielt darauf ab, die Sicherheit und den Heilungserfolg des Patienten zu verbessern. Im operativen Bereich werden bei geplanten chirurgischen Eingriffen mit einem erwarteten perioperativen Blutverlust von mehr 500 ml oder einer Transfusionswahscheinlichkeit von mehr als 10 % die Patientinnen und Patienten 10 bis 14 Tage präoperativ in die Anästhesiesprechstunde einbestellt. Im Rahmen dieser präoperativen Abklärung werden sowohl das Hämoglobin (Hb-Wert) wie auch der Eisenstatus (Ferritin und Transferrinsättigung) bestimmt.
Das Institut für Anästhesiologie beschäftigt mit Frau Dr. med. Gabriela Spahn eine ausgewiesene Expertin als Patient Blood Managerin, um unsere Patientinnen und Patienten optimal zu betreuen.

1. Präoperativ bestehender Eisenmangel und Anämie (Blutarmut) werden gesucht und behandelt

Evaluation und Behandlung der präoperativen Anämie

Flowchart Präoperative AnämieAbklärung und Behandlung.png

2. Der intra- und postoperative Blutverlust wird minimiert

Minimierung des perioperativen Blutverlusts

  1. Sorgfältige chirurgische Blutstillung
  2. Cellsaver (Intraoperative maschinelle Autotransfusion). In der Tumorchirurgie haben wir die Möglichkeit das patienteneigene Blut vor der Retransfusion zu bestrahlen
  3. Vermeiden und sofortige Behandlung einer Koagulopathie. Dazu wird die Blutgerinnung engmaschig mittels ROTEM® und gezielten Laborwerten überwacht und anhand eines Gerinnungsalgorithmus mittels Antifibrinolytika, Gerinnungsfaktoren und Blutprodukten individuell und zielgerichtet korrigiert.
  4. Aufrechterhaltung der Normothermie
3. Die Anämie-Toleranz wird verbessert

Verbesserung der Anämie-Toleranz

  1. Restriktive Hb-Transfusionsschwellen werden patientenadaptiert angewendet. Dazu dient ein Transfusions-Algorithmus.
  2. Hohe FiO2 von 80 – 100% werden angewendet um die Oxygenierung und die O2 Abgabe an die Gewebe zu verbessern.
  3. Situationen mit sehr hohem O2-Verbrauch werden vermieden.
4. Blutprodukte werden gezielt und zurückhaltend eingesetzt.

Gezielter und restriktiver Einsatz von Blutprodukten

  1. Restriktive Hb-Transfusionsschwellen werden patientenadaptiert angewendet. Dazu dient der Algorithmus zur Transfusion von Blut und Blutprodukten bei massiver Blutung.
  2. Thrombozyten- und Plasma-Transfusionen werden ausschliesslich gemäss dem obigen Gerinnungs-Algorithmus angewendet.

 
Bei nicht längerfristig geplanten Operationen kommen die Behandlungsprinzipien 2 – 4 zum Einsatz.


Fernsehdokumentation zum Patient Blood Management:

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Patient Blood Management:


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