Simulation am IFA

Simulationstrainings – Was, Wieso, Warum?

Simulationstrainings ermöglichen uns, unseren Umgang mit kritischen Situationen zu üben. Wir simulieren komplexe, selten vorkommende aber folgenreiche Ereignisse (z.B. unerwartet schwieriger Atemweg, Pneumothorax, unkooperativer Patient im Aufwachraum) und können verschiedene Herangehensweisen risikofrei „ausprobieren“. Wie auch in anderen Feldern mit hohem Risiko (z.B. Fliegerei), können wir so im Einsatz invasiver Techniken und in kritischen Situationen besser werden, ohne dass Patienten gefährdet werden.

Sim 1.jpgAnders als im Klassenzimmer ist das Lernen im Simulationszentrum erfahrungsbasiert, praktisch und nachhaltig: Die Teilnehmerinnen machen im simulierten Szenario eine konkrete Erfahrung, die relevant für den klinischen Alltag ist. Mittels live-Übertragungkönnen auch die nicht aktiv im Szenario involvierten Teilnehmerinnen das Geschehen miterleben. Über die Aufzeichnung des Szenarios ist es den Teilnehmern möglich, sich im anschliessenden Debriefing selbst zu beobachten. Diese Beobachtungen werden zum gemeinsamen Überlegen und Diskutieren, wieso es (nicht) zu Fehlern kommen konnte wichtig. Die Ergebnisse dieser Debriefings können gleich im nächsten simulierten Fall wieder ausprobiert werden.1-3 Dadurch eignen sich Simulationstrainings besonders gut für das Verändern von eingefahrenen aber nicht effektiven Routinen: Anstatt dass wir darauf hingewiesen werden, bestimmte Handlungen anders auszuführen, identifizieren wir, was uns bisher davon abgehalten hat, diese Handlungen in der gewünschten Art auszuführen (z.B. suffiziente Herzdruckmassage) und was wir für die zukünftige Ausführung brauchen (z.B. regelmässig koordinierte Wechsel bei der Druckmassage).4 5
Sim 2.jpg
In einfacher Form eignen sich Simulationstrainings für das Üben einzelner, technischer Kompetenzen (z.B. Herzdruckmassage). Da aber bekannt ist, dass schlechte Teamarbeit einen erheblichen Anteil an der Entstehung von Behandlungsfehlern hat, eignen sich Simulationstrainings besonders für das Training komplexer Behandlungen im Team (z.B. Reanimation im Team während Behandlung eines Polytraumas).6-11Dazu werden die Crisis Resource Management-Prinzipien12 verwendet.

Natürlich kann Simulation die Realität nicht vollständig wiederspiegeln. Menschen verhalten sich anders in der Simulation als im klinischen Alltag. Sim 3.jpgDeshalb sind Simulationstrainings eben Trainings und keine Prüfungen. Bevor das erste simulierte Szenario beginnt, führen wir die Teilnehmerinnen ausführlich in die Simulationsmethodik ein. Beispielsweise können sich alle mit dem Simulationsequipment vertraut machen. Und, es ist nicht die Technologie des Simulators, die über den Erfolg der Simulationstrainings bestimmt, sondern die Art des Trainings, die Qualität der Debriefings und die institutionelle Unterstützung.13 14

Ablauf der Trainings

Simulations Ablauf.jpgDie Elemente der Trainings sind bei allen IFA-Trainings ähnlich. Nach einem gemeinsamen Frühstück, zu dem Ihr zu Beginn des Kurses herzlich eingeladen seid, folgt eine Einführung in die Ziele des Kurses. Uns interessiert, Euch kennenzulernen und wir möchten Eure Erwartungen kennen. Danach können wir den Kurs Euren Bedürfnissen entsprechend adaptieren. Wir werden Euch erklären, was wir unter ‚Human Factors‘ und deren Anbindung an technische Fertigkeiten verstehen. Danach habt Ihr ausgiebig Zeit, Euch Steuerraum, Simulatorraum, Technik und Ausstattung anzusehen. Wir zeigen Euch, wie die Simulation funktioniert, und haben Zeit für alle Fragen. In der Folge werden je nach Kurs mehrere Szenarien geübt. Der Ablauf eines Simulations-Szenarios ist immer gleich: nach einem gründlichen Briefing (wer macht was, wo findet das Szenario statt, welche personellen und technischen Ressourcen stehen Euch zur Verfügung) wird ein zehn- bis zwanzigminütiges Szenario trainiert. Danach setzen wir uns zu einem Debriefing zusammen, in dem wir gemeinsam Stärken und Potentiale des geübten Szenarios erarbeiten.
Vor dem Kurs, nach jedem Debriefing und am Ende des Kurses habt ihr die Möglichkeit, in Form einer für uns obligaten Evaluation Euer Feedback zu Kurs und den einzelnen Debriefings zu geben.

SRF-Bericht (Minuten 10 bis 15)
 
ARD Dokumentation über das Simulations Zentrum


Regeln

In der medizinischen Simulation gibt es wenig Regeln, man kann eigentlich nichts falsch machen. Anstelle vieler kleiner Vorschriften haben wir zwei Grundsätze, die uns sehr wichtig sind. Wir garantieren Euch eine Atmosphäre, in der diese Grundsätze eingehalten werden und verlangen von Euch nichts anderes, als das auch zu tun. Wir werden Euch vor jedem Training persönlich Fragen, ob das Einhalten dieser Regeln für Euch OK ist. Dazu reicht uns eine mündliche Zusicherung vor allen Teilnehmern aus.

Die Grundannahme

„Wir glauben, das jeder Mitarbeiter intelligent ist, fähig in dem was er tut, sein Bestes gibt und sich verbessern will.

Die Grundannahme stammt aus dem Center for Medical Simulation (CMS) in Boston und beschreibt die Ausgangslage unserer Trainings. Wir trainieren mit Teilnehmer_innen, die eine lange Ausbildung hinter sich haben und sich in den Trainingssituationen nicht ohne Grund und Überlegung so verhalten, wie sie es tun. Wir möchten nie herausfinden, wer an etwas schuld ist – uns interessiert wie eine Situation im Kontext entstanden ist und welche Gedanken sich die Beteiligten gemacht haben. Aus diesen verschiedenen Bildern versteht man sehr schnell, warum etwas gut gelöst wurde oder was helfen kann, Zusammenarbeit zu verbessern.  

Das Las Vegas Prinzip

“What happens in Vegas stays in Vegas”

Das ‘Las Vegas Prinzip’ beschreibt die Garantie von unserer Seite, daß alles, was unsere Trainings betrifft, in den Trainingsräumen bleibt. Es werden keine aufgezeichneten Videos gespeichert, es werden keine Inhalte der Trainings berichtet, es gelangt nichts Gesagtes an die Öffentlichkeit. Wenn wir der Meinung sind, wir könnten Szenen zu Schulungszwecken gut benutzen oder Ideen aus den Debriefings ausbauen, werden wir Euch explizit fragen und Euer Einverständnis abholen. Viele der Simulations- und Debriefingsvideos werden wir im Rahmen von Studien auswerten. Dazu werdet ihr genau erfahren, was aufgezeichnet wird, wo es gespeichert wird, wer es auswertet und wie mit den Daten umgegangen wird. Wir bitten Euch darum, das ‚Las Vegas Prinzip‘ einzuhalten und über die Inhalte der Trainings und das während der Trainings Gesagte ausserhalb des Simulationszentrums nicht zu sprechen.
In den IFA Simulationen werden keine Mitarbeiterbeurteilungen vorgenommen und keine Prüfungen durchgeführt. Das halten wir für schädlich und es wäre ein völlig anderer Zweck von Simulation 1. Sollten hohe Hierarchiestufen bei den Trainings dabei sein, werden alle Teilnehmer_innen einzeln gefragt, ob das für sie in Ordnung ist. Wenn Gäste dem Training beiwohnen, werden diese am Morgen angekündigt.
1. Gaba DM. The future vision of simulation in health care. Qual Saf Health Care. 2004 October 2004;13:i2-i10.

 

Literatur

Eine Auflistung unserer Publikationen

Inhaltstitel

Grande, B., Weiss, M., Biro, P., Grote, G., Steiger, P., Spahn, D.R, & Kolbe, M. (in press). Ist Reden wichtig? Technisches versus kombiniert technisches / nicht-technisches Atemwegstraining in der Anästhesie und Intensivmedizin. ["Do we have to talk?" Comparing technical versus combined technical/behavioral training for difficult airway management]. Anästhesiologie & Intensivmedizin.

Weiss, M., Kolbe, M., Grote, G., Dambach, M., Marty, M., Spahn, D. R., & Grande, B. (2014). Agency and communion predict speaking up in acute care teams. Small Group Research, 45, 290-313. doi: 10.1177/1046496414531495

Kolbe, M., Weiss, M., Grote, G., Knauth, A., Dambach, M., Spahn, D. R., & Grande, B. (2013). TeamGAINS: A tool for structured debriefings for simulation-based team trainings. BMJ Quality & Safety, 22, 541-553. doi:10.1136/bmjqs-2012-000917

Kolbe, M. & Grande, B. (2013). Speaking up should be both continually encouraged and formally trained as an interactive process. In: G. Grote & J. Carroll (Eds.). Safety management in context—Cross-industry learning from theory and practice. White book (p. 39-40). Rueschlikon, Zurich: Swiss Re Center for Global Dialogue.

Kolbe Michaela, Grande Bastian (2013), Team coordination during cardiopulmonary resuscitation. Journal of Critical Care, 28(4), 522-523. Kolbe, M. (2013), Five simple processes that improve high-risk team effectiveness, in Salas Eduardo, Tannenbaum Scott, Cohen Debra & Latham Gary (ed.), Developing and enhancing teamwork in organisations: Evidence-based best practices and guidelines, Jossey-Bass, San Francisco, CA, 609-643.

Kolbe, M., & Grote, G. (2011), Human factors training in aviation and healthcare: What we know works best and how to put it into practice, in Proceedings of the Human Factors and Ergonomics Society 55th Annual Meeting, Las Vegas, NE.

Bergamin, Fabio: Wer offener kommuniziert, macht bessere Narkosen (http://www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/121025_speaking_up_fb/index), ETH Life, 25.10.2012.


Haefeli, Rebekka: Alltägliche Horrorszenarien. Wie sich Zürcher Spitäler mit Fehlern von Ärzten und Pflegern auseinandersetzen (http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/uebersicht/alltaegliche-horrorszenarien-1.9675280), NZZ, 25.2.2011.

Kolbe, M., Grande, B., & Spahn, D. R. (2015). Briefing and debriefing during simulation-based training and beyond: Content, structure, attitude, and setting. Best Practice & Research Clinical Anaesthesiology, 29(1).

Literatur

1. Kolb AY, Kolb DA. Learning Styles and Learning Spaces: Enhancing Experiential Learning in Higher Education. Academy of Management Learning & Education 2005;4(2):193-212.
2. Kolb DA. Experiential learning: Experience as the source of learning and development. Englewood Cliffs, JNJ: Prentice-Hall, 1984.
3. McGaghie WC, Issenberg SB, Cohen ER, Barsuk JH, Wayne DB. Does Simulation-Based Medical Education With Deliberate Practice Yield Better Results Than Traditional Clinical Education? A Meta-Analytic Comparative Review of the Evidence. Acad Med 2011;86(6):706-11 10.1097/ACM.0b013e318217e119.
4. Argyris C. Double-loop learning, teaching, and research. Academy of Management Learning & Education 2002;1:206-18.
5. Argyris C, Schön DA. Organizational learning: A theory of action perspective. Reading, MA: Addison-Wesley, 1978.
6. Flin R, Mitchell L, editors. Safer surgery: Analysing behaviour in the operating theatre Farnham, UK: Ashgate, 2009.
7. Pronovost P. Teamwork matters. In: Salas E, Tannenbaum SI, Cohen D, Latham G, editors. Developing and enhancing teamwork in organizations: Evidence-based best practices and guidelines. San Francisco, CA: Jossey-Bass, 2013:11-12.
8. Gawande AA, Zinner MJ, Studdert DM, Brennan TA. Analysis of errors reported by surgeons at three teaching hospitals. Surgery 2003;133:614-21.
9. Catchpole K, Bell MDD, Johnson S. Safety on anaesthesia: A study of 12606 reported incidents from the UK National Reporting and Learning System. Anaesthesia 2008;63:340-46.
10. Kolbe M, Grande B. Team coordination during cardiopulmonary resuscitation. J Crit Care 2013;28:522-23.
11. Grande B, Weiss M, Schick C, Kolbe M. Über den «Elefanten im Raum» sprechen können – sogar in der Akutmedizin: Simulationstrainings zur Verbesserung kommunikativer und klinischer Kompetenzen interprofessioneller Teams in der Akutmedizin. Swiss Quality Award 2014;Kategorie «stationärer Sektor».
12. Salas E, Wilson KA, Burke CS, Wightman DC. Does crew resource management training work? An update, an extension, and some critical needs. Hum Factors 2006;48:392-412.
13. Salas E, Paige JT, Rosen MA. Creating new realities in healthcare: the status of simulation-based training as a patient safety improvement strategy. BMJ Qual Saf 2013;22(6):449-52.
14. Pronovost PJ. Navigating adaptive challenges in quality improvement. BMJ Qual Saf 2011;20:560-63.


Aktuelle Forschungsarbeiten des IFA Simulationszentrums

Debriefings / Methodische Rückblicke – auch im klinischen Alltag?

1. Debriefings / Methodische Rückblicke – auch im klinischen Alltag?

Wir untersuchen, wie regelmässige, strukturierte Debriefings—auch After Action Reviews oder Methodische Rückblicke genannt—Teams nach komplexen Operationen, Zwischenfällen und Notfalleinsätzen helfen können, kurz aber systematisch über die Zusammenarbeit zu reflektieren und Verbesserungspotentiale zu identifizieren und umzusetzen. Dazu vergleichen wir u.a. verschiedene Debriefing-Methoden miteinander. Unser Ziel ist, Bedingungen zu identifizieren, die solche After Action Reviews effizient und leicht anwendbar machen. (laufendes Projekt, gefördert durch den SNF [Grant Nr. 100014_152822], Principle Investigator: PD Dr. Michaela Kolbe, Co-Investigator: Dr. Bastian Grande; Mitarbeiterin: Dr. Julia Seelandt)

pp/aa – Power --> Performance / Analysis -->Action

2. pp/aa – Power --> Performance / Analysis -->Action

In unserem aktuellen Projekt versuchen wir ein Sicherheitstool aus der Luftfahrt an den perioperativen Bereich in einem Spital zu adaptieren.

Piloten greifen auf dieses Tool zurück, wenn irgendeine Störung während des Flugbetriebes auftritt. Mittels dieser Hilfe wird ein standardisierter Zugang zum Problem gewährleistet und in Kürze die wichtigsten Funktion gecheckt, um die Fähigkeit zum Fliegen nicht zu verlieren. Ist dies gewährleistet, kann in einer Analysephase eine Lösung für das Problem gesucht werden.
Genau dieses Prinzip wollen wir nun auch in der Medizin anwenden - innert kürzester Zeit ein Problem benennen und beheben können, um sich dadurch genug Zeit für eine Analyse und den richtigen Lösungsweg zu verschaffen.
In den aktuellen Simulationswochen möchten wir nun erste Erfahrungen mit diesem Tool sammeln und Trainingsgruppen mit verschiedenen Herangehensweisen vergleichen.

(laufende Dissertation, Michael Hanusch. Mitarbeiter: PD Dr. Michaela Kolbe, Dr. Bastian Grande, Dr. Christoph Nöthiger, PD Dr. Kurt Rützler)

Training technischer & nichttechnischer Fähigkeiten für die unerwartet schwieriger Intubationen

3. Kombiniertes Training technischer und nicht-technischer Fähigkeiten für das Management unerwartet schwieriger Intubationen

Ziel dieses Projektes war es zu untersuchen, ob und inwieweit sich technische (z.B. Intubieren) und nicht-technische Fähigkeiten (z.B. im Team gemeinsam einen schwierigen Atemweg managen) anhand von Simulationen trainieren lassen. Hierfür nahmen Anästhesieteams entweder an rein technischen Trainings oder kombinierten Trainings (bestehend aus technischen und nicht-technisches Elementen) teil und übten unterschiedliche Atemwegsszenarien. Die Ergebnisse zeigten, dass ein rein technisches Training nicht ausreicht, um schwierige Intubationen zu verbessern. Der Schwerpunkt lag auf dem Training von Speaking-Up als essentielle nicht-technische Fertigkeit – ein Beispiel für gelungenes Speaking-Up ist eine vorschnelle Einleitung eines Patienten mit bekannt schwierigen Atemweg zu verhindern, um das Management im Team zu reevaluieren. In diesem Projekte haben wir auch ein Debriefing-Instrument entwickelt und validiert: TeamGAINS. TeamGAINS kombiniert unterschiedliche Debriefingmethoden, wodurch sich Debriefings optimal gestalten und Interaktionen im Team reflektieren lassen. (abgeschlossenes Projekt, gefördert durch den SNF [Grant Nr. 100014-138545], Principle Investigator: Prof Dr. Gudela Grote (ETH Zürich), Co-Investigator: Prof. Dr. Donat R. Spahn; Mitarbeiter_innen: Dr. Bastian Grande, Dr. Michaela Kolbe, Mona Weiss, Carl Schick)

Adaptive Koordination in Anästhesieteams und ihre Bedeutung für klinische Leistung

4. Adaptive Koordination in Anästhesieteams und ihre Bedeutung für klinische Leistung

Uns hat interessiert, wie Anästhesieteams den Wechsel von Routinesituation zu plötzlichen, mehr oder weniger kritischen Situationen bewältigen. Dazu haben wir Co-ACT entwickelt, anhand dessen wir verbale (z.B. Anweisungen geben, Speaking-Up) und nonverbale (z.B. Hilfe leisten) Interaktionen in Teams kodiert und Aspekte der Kommunikation und Koordination erfasst haben. Co-ACT wird für laufende Projekte weiterverwendet.
Unter anderem haben wir mit Co-ACT simulierte Narkoseeinleitungen kodiert. Es stellte sich heraus, dass das Speaking-Up der Pflege zu einer besseren technischen Leistung des Teams (z.B. ideale Narkoseeinleitung) führt. Es zeigte sich auch, dass durch Speaking-Up der Fachexperten_innen Pflege und Ärzte_innen Änderungen im Vorgehen initiiert werden (z.B. indem Anweisungen gegeben werden) und es zur Klärung des Ablaufes beiträgt. Zudem gibt es Hinweise, wonach frühes Speaking-Up der Pflege - also vor der Intubation – Speaking-Up während der anschliessenden Intubation erhöhen könnte.
Des Weiteren zeigte sich, dass Teams in der Anästhesie ihre Koordination wechselnden situativen Anforderungen anpassen und kritische Ereignisse einen bedeutenden Einfluss haben: Tritt ein kritisches Ereignisses auf, verbringen die Teammitglieder mehr Zeit um Informationen auszutauschen (z.B. nachfragen, Informationen geben, unterschiedliche Optionen diskutieren). Dieser vermehrte Informationsaustausch führt bei Ärzten zu schnelleren Entscheidungen. Zudem verbringen gute Teams bei aussergewöhnlichen Ereignissen mehr Zeit mit dem Aufgabenmanagement (z.B. Planen, Delegieren etc.), was wiederum ihrer Leistung zugute kommt. Diese Ergebnisse stützen somit die Vermutung, wonach die Flexibilität in der Teamarbeit wichtig ist, um die Leistung während kritischen und aussergewöhnlichen Ereignissen zu verbessern.
Zudem konnten wir Interaktionsmuster identifizieren, die bessere Teams von weniger guten Teams unterscheiden. Insbesondere das Monitoring von Teammitgliedern (z.B. Teamkollegen/in zuschauen wie sie/er einen Beatmungsschlauch einführt) sowie laute Verbalisierungen im Raum spielen hierbei eine wichtige Rolle: In besseren Teams folgen Speaking-Up, Hilfe leisten sowie das Geben von Anweisungen auf das Monitoring von Teammitgliedern. Laute Verbalisierungen über das aktuelle Geschehen und den aktuellen Stand scheinen die Kommunikation im Teams insgesamt anzuregen. Wir nehmen an, dass Teammitglieder durch Monitoring und Verbalisierungen erkennen, wenn Hilfe und Unterstützung benötigt wird und sie dann durch entsprechende Anweisungen sofort reagieren können.

(abgeschlossenes Projekt, gefördert durch den SNF [Grant Nr. 100013-116673], Principle Investigator: Prof Dr. Gudela Grote (ETH Zürich), Co-Investigator: Dr. Tanja Manser; Prof. Dr. Donat R. Spahn; Mitarbeiter_innen: Dr. Michaela Kolbe, Dr. Michael Burtscher.


Team

Das Team der IFA Instruktorinnen besteht aus IFA Mitarbeiter_innen und Psychologen_innen der ETHZ und der Universität Zürich. Alle Instruktoren_innen sind speziell für diese Aufgabe geschult und bilden sich regelmässig fort. Supervisionen der Instruktor_innen erfolgen durch die anderen Teammitglieder im laufenden Betrieb.

Instruktoren
Niels Buse
Dipl. Experte Anästhesiepflege NDS HF
Medizinische Simulation seit 2013
InFacT 2013

Micha Dambach
Facharzt für Anästhesiologie, Notarzt SGNOR
Medizinische Simulation seit 2009
InFacT 2009

Bastian Grande
Facharzt für Anästhesiologie, Zusatzbezeichnung spezielle Intensivmedizin,
Zusatzbezeichnung spezielle Notfallmedizin, Notarzt SGNOR
Medizinische Simulation seit 2004
IMS Instruktor 2012
InFacT 2013

Michael Hanusch
Facharztweiterbildung Anästhesie
Medizinische Simulation seit 2014

Hubert Heckel
Fachexperte Anästhesie
Medizinische Simulation seit 2013
InFacT 2013

Axel Knauth
Facharzt für Anästhesiologie, Notarzt SGNOR
Medizinische Simulation seit 2009
InFacT 2009

Michaela Kolbe
Psychologin und Wissenschaftlerin an der ETH Zürich und am USZ
Medizinische Simulation seit 2009
IMS Instruktor 2013, Teaching Faculty IMS 2015

Adrian Marty
Facharzt Anästhesiologie, Notarzt SGNOR
Medizinische Simulation seit 2011
InFacT 2011
IMS Instruktor 2013

Carl Schick
Facharztweiterbildung Anästhesie
Medizinische Simulation seit 2000
IMS Instructor 2013

Julia Seelandt
Psychologin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Medizinische Simulation seit 2014
InFacT 2014

Mona Weiss
Psychologin und Wissenschaftlerin an der ETH Zürich
Medizinische Simulation seit 2012
Kurse